Viehbewertung: neue Werte
Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat die Richtwerte für die steuerliche Viehbewertung in Deutschland mit Schreiben vom 8. Dezember 2025 (IV C 6 - S 2170/00015/002/094) umfassend neu geregelt. Diese Änderungen ersetzen die alten Regelungen aus dem Jahr 1996 und haben erhebliche Auswirkungen auf die Bilanzen von Landwirtschaftsbetrieben.
Wichtige Eckdaten und Änderungen:
- Anwendung: Die neuen Richtwerte sind erstmals für Wirtschaftsjahre anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2025 beginnen (d.h. ab Wirtschaftsjahr 2026/2027, bzw. Wirtschaftsjahr 2026 bei Kalenderjahr).
· Erhöhte Werte: Die Bewertungsgrundlagen steigen deutlich, was zu höheren Buchwerten für den Viehbestand führt.
· Auswirkungen auf den Gewinn: Durch die höheren Bewertungssätze entsteht bei vielen Betrieben ein sogenannter „Umstellungsgewinn“, der zu einer höheren Steuerbelastung führen kann.
· Steigerungen: Laut Schätzungen steigen die Werte für Mastschweine um etwa 25 % und für Rinderbestände (ohne Kühe) um über 30 %.
· Sofortabschreibung: Der Sofortabzug für selbst hergestellte Tiere (nach § 6 Abs. 2 EStG) wird durch die neuen Regeln tendenziell eingeschränkt.
Landwirte sollten ihre Viehbestände frühzeitig nach den neuen Vorgaben bewerten, um die steuerlichen Konsequenzen für die Bilanz 2026 planen zu können.
Beispiel Milchkühe:
Bisher: 675,00 € pro Tier
Neu: 516,00 € pro Tier
Was bedeutet das konkret?
Ein Betrieb mit 100 Milchkühen:
bisher: 67.500 € Ansatz
neu: 51.600 € Ansatz
Rund 16.000 € weniger in der Bewertung. Dies führt zu einer entsprechenden Gewinnminderung und reduziert die Steuerbelastung.
Aber: Die Änderung wirkt nicht nur in eine Richtung.
Beispiel Jungrinder:
Bisher: 500,00 € pro Tier
Neu: 668,00 € pro Tier
Was bedeutet das konkret?
Ein Betrieb mit 30 Jungrindern:
bisher: 15.000 € Ansatz
neu: 20.040 € Ansatz
Die höheren Bewertungsansätze führen zu einem höheren Gewinn.
Wichtig:
Wenn durch die neuen Werte ein zusätzlicher Gewinn entsteht, darf dieser auf 10 Jahre verteilt werden.
Das verhindert, dass die Steuerbelastung sofort voll durchschlägt.